Nachhaltigkeitsbündnis fordert konsequente Energiepolitik

 

Das Bündnis Nachhaltigkeit Bayern fordert von der Bayerischen Staatsregierung einen konsequenten und deutlich strafferen Plan zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Zu den Forderungen zählen Energieeinsparung, Förderung von Kraft-Wärme-Anlagen sowie der beschleunigte Ausbau von Stromspeichern und dezentralen Energieanlagen.


Aktuelles Paper der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen hierzu (Stand 18.09.12): Vollversorgung mit Strom aus EE in 2020-Kurzfassung-9

 

Das Bündnis Nachhaltigkeit Bayern (BNB), ein Zusammenschluss Bayerischer Wirtschafts-, Sozial- und Umweltverbände, fordert die Bayerische Landesregierung dazu auf, ihre Aktivitäten zur Energiewende deutlich zu verstärken. Der Bayerische Ministerrat hatte beschlossen, dass der Anteil der Erneuerbaren Energien in Bayern bis zum Jahr 2021 auf 44 % verdoppelt werden solle. Nach Ansicht des BNB ist jedoch bereits bis zum Jahr 2016 eine 50 %-ige Energieversorgung aus regenerativen Quellen realistisch.

Auch dass von der Staatsregierung keine weiterführenden Maßnahmen bis hin zu einer Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien genannt werden, kritisiert der BNB. „Mit einer beherzten Politik und den richtigen Förderinstrumenten kann allein der Ausbau der Windenergie 50 % der Stromnachfrage im Jahr 2020 decken“, so Prof. Dr. Ernst Schrimpff, energiepolitischer Sprecher des Bündnisses, „Hinzu kommen ein unbeschränkter Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Dächern und Konversionsflächen und die Energieversorgung mit Geothermie.“ Weiteres großes Potential in der Energieversorgung sieht das Bündnis im Bereich dezentraler Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Allein diese könnten mit Biogas, Holzgas und heimischen Pflanzenölen 20 % des Strombedarfs in Bayern decken.

Das Bündnis macht zugleich darauf aufmerksam, dass die anstehende Energiewende nicht allein durch das Abschalten von Atommeilern und die Weiterentwicklung und Verbreitung neuer Energietechnologien zu leisten sein wird. Vor allem angesichts der notwendigen Energieeinsparungen muss in Bayern eine breite gesellschaftliche Debatte über die Klimarelevanz von Lebensstilen und Konsummustern geführt werden. Eine Energiewende ohne einen tiefgreifenden Lebensstilwandel wird ihre Ziele nicht erreichen. Dr. Joachim Hamberger, Sprecher des BNB, erläutert, dass „dieser Lebensstilwandel auch unter Erhalt einer hohen Lebensqualität realistisch ist. Allerdings muss der Gesamtverbrauch an Strom massiv gesenkt werden und dazu müssen die Bürger aufgeklärt werden“.

Die Bayerische Staatsregierung geht bisher von einem gleichbleibenden oder leicht ansteigenden Strombedarf bis zum Jahr 2020 aus. Das BNB fordert die Staatsregierung dazu auf, sich an diesem gesellschaftlichen Such- und Findungsprozess zu beteiligen und ihn im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu fördern.

Das Bündnis Nachhaltigkeit Bayern wurde 2010 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, die bayerische Nachhaltigkeitspolitik kritisch-konstruktiv zu begleiten. Dazu zählt im Energiesektor dem dezentralen Ausbau erneuerbarer Energieanlagen einen deutlichen Vorrang gegenüber zentralen Großanlagen einzuräumen sowie den Diskurs zum Lebensstilwandel zu fördern.
Das Bündnis vertritt mit seinen 19 Mitgliedsverbänden, darunter der Landesbund für Vogelschutz und der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband, insgesamt 140.000 Mitglieder im Freistaat.

BNB.PM_ErneuerbareEnergien_22.06.11